Messprinzipien für relative Luftfeuchte
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Begriffe
Relative Feuchte
Einheit: %
Unter der relativen
Feuchte versteht man
das Verhältnis der tatsächlich enthaltenen, zur maximal möglichen
Masse des Wasserdampfes in der Luft. Die relative Feuchte wird üblicherweise
in Prozent angegeben.
Es gilt: 
Anmerkung: Da die maximale Feuchte temperaturabhängig ist, ändert sich
mit der Temperatur die relative Feuchte, auch wenn die absolute Feuchte
konstant bleibt.

Absolute Feuchte
Einheit: g/m3
Unter absoluter Feuchte fabs
versteht man die in einer bestimmten Menge Luft tatsächlich enthaltene
Wasserdampfmenge. Die absolute Feuchte ist das Verhältnis des Gewichtes
des in der Luft enthaltenen Wassers und dem Rauminhalt dieser feuchten
Luft.
Wasserdampfpartialdruck,
Sättigungsdampfdruck
Einheit: hPa
Unter dem Sättigungsdampfdruck
eS(t) versteht man den maximal möglichen Druck des
Wasserdampfes bei einer bestimmten Temperatur. In untenstehendem
Diagramm ist der Sättigungsdampfdruck des Wassers in Abhängigkeit von
der Temperatur dargestellt. Der Wasserdampfpartialdruck e(t)
variiert zwischen 0 (trockene Luft) und 30hPa. Die Obergrenze ist durch
den Sättigungsdampfdruck bestimmt.

Sättigungsfeuchte, maximale Feuchte, Sättigungsmenge
Einheit: g/m3
Unter der maximalen
Feuchte fmax versteht man die bei einer bestimmten
Temperatur in einem Kubikmeter Luft maximal mögliche Wasserdampfmenge.
Das Feuchteaufnahmevermögen der Luft steigt mit ansteigender
Temperatur. Wird die maximale Feuchte überschritten, so schlägt sich
der überschüssige Wasserdampf in Form von Kondensat (Tröpfchenbildung)
nieder.
Taupunkt
Einheit: °C, °F, K
Unter der
Taupunkttemperatur ttp versteht man die Temperatur,
bei der die Abkühlung feuchter Luft zur Kondensatbildung führt. Das
heisst, bei einer Abkühlung feuchter Luft bis zum Taupunkt steigt die
relative Feuchte auf 100%.
Frostpunkt
Einheit: °C, °F, K
In manchen Abhandlungen
spricht man bei Taupunkttemperaturen unter 0°C von der
Frostpunkttemperatur. Andere Bezeichnungen sind auch Taupunkttemperatur
über Eis bzw. Gefrierpunkt.
spezifische Enthalpie (Wärmeinhalt)
Einheit: kJ/kg
Unter spezifischer
Enthalpie Espez versteht man die Wärmemenge, die
erforderlich ist, um die Temperatur eines Gases (oder Gasgemisches) bei
konstantem Druck von einer Temperatur auf eine andere zu erhöhen.
oder:
Unter spezifischer
Enthalpie versteht man die Wärmemenge, die in der Luftmasse relativ zu
einem bestimmten Luftzustand vorhanden ist. Die Enthalpie der ungesättigten
Luft ist die Summe der Enthalpie, um den enthaltenen Wasseranteil zu
verdampfen, zuzüglich der Enthalpie, um das Wasser- Dampfgemisch auf
die entsprechende Temperatur zu erwärmen.
Mischungsverhältnis
Einheit: g/kg
Als Mischungsverhältnis m
bezeichnt man das Verhältnis der Wasserdampfmasse zur Masse der
trockenen Luft.
Feuchtkugeltemperatur
Einheit: °C, °F, K
Als Feuchtkugeltemperatur
tF bezeichnet man bei der psychrometrischen Messung die von
dem, mit einem Strumpf befeuchteten Thermometer ausgegebene bzw.
angezeigte Temperatur. Aufgrund der Verdunstungskälte liegt diese
Temperatur in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchte unterhalb der
Lufttemperatur.
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Sensoren und Messprinzipien
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Mechanische Feuchtemessung
Das mechanische Verfahren
beruht auf der Ausdehnung bzw. dem Zusammenziehen von verschiedenen
(meist organischen) Messelementen. Solche Messelemente sind
beispielsweise: Haare, Durometer, Darmsaiten, etc.
Die am meisten
eingesetzten Messelemente sind Haarelemente oder der sogenannte
Durotherm, ein künstliches, feuchteempfindliches Messelement. Über ein
Werk wird dann die Längenänderung des Messelementes auf den Zeiger übertragen.
Haarhygrometer bedürfen
einer regelmässigen Wartung und Pflege. Zur Vermeidung des Austrocknens
und damit einhergehender Drift müssen Haarhygrometer regelmässig
regeneriert werden. Hierzu wird die Haarharfe mit einem, mit
destilliertem Wasser befeuchteten Tuch umhüllt oder mit destilliertem
Wasser besprüht, so dass eine Sättigung eintritt. Nach etwa einer
Stunde stellt sich ein Messwert von ca. 98%rH ein. An den meisten Geräten
kann über eine Stellschraube eine Einpunkt-Justage durchgeführt
werden.
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Psychrometrische
Feuchtemessung
Psychrometer arbeiten mit
zwei identischen, sehr genauen Thermometern, an denen die zu messende
Luft in definierter Geschwindigkeit entlanggeführt wird oder die Luft
ruht.
Das erste Thermometer
misst die Temperatur der Umgebung, das zweite die sogenannte
Feuchtkugeltemperatur. Dazu ist die Messspitze des Thermometers mit
einem Baumwolldocht überzogen und mit destilliertem Wasser befeuchtet.
Beide Thermometer befinden sich in einem Luftstrom bzw. in ruhender Luft
und sind vor Strahlungswärme abgeschirmt. Durch die Verdunstungskälte
sinkt am feuchten Thermometer die Temperatur, und zwar umso stärker, je
trockener die Luft ist. Nach kurzer Zeit (1 - 2 min) bleibt die
Temperatur am feuchten Thermometer konstant und es können die Messwerte
am feuchten und trockenen Thermometer abgelesen werden. Mit diesen
beiden Temperaturen kann die relative Luftfeuchte nach folgender Formel
bestimmt werden:
wobei A die sogenannte Psychrometerkonstante
ist. Diese hängt ab von der Strömungsgeschwindigkeit der Luft und ist
in untenstehender Tabelle dargestellt.
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Ventilationsgeschwindigkeit
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0,0
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1,0
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1,5
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2,3
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3,4
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4,4
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A: 106
in Grad-1
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1140
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675
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674
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678
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682
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704
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Elektronische
Feuchtemessung
Kapazitives Verfahren

Der feuchteempfindliche
Kondensator besteht aus zwei flachen Elektroden, zwischen denen sich
eine elektrisch isolierende, hygroskopische Kunststoffschicht (Dielektrikum)
befindet. Dieses Dielektrikum kann das in der Luft befindliche Wasser
absorbieren. Mit steigender Luftfeuchte steigt auch die Kapazität des
feuchteempflindlichen Kondensators.
Es gilt: ,
wobei e r die Dielektrizitätskonstante
des feuchteempfindlichen Kondensators ist.
Tauspiegelhygrometer
Ein sehr präzises
Messverfahren zur Ermittlung der relativen Luftfeuchte sind sogenannte
Taupunktspiegel, bei denen die Kondensation von Wasserdampf bei
Taupunktunterschreitung ausgewertet wird. Die Temperatur einer
verspiegelten Fläche (Spiegel) wird so weit abgekühlt, bis diese
gerade anfängt zu beschlagen. Die in diesem Moment über ein
Pt100-Widerstandsthermometer gemessene Temperatur entspricht der
Taupunkttemperatur, aus der sich über den Sättigungsdruck mithilfe der
gemessenen Lufttemperatur die relative Luftfeuchte berechnen lässt. Zur
Kühlung wird ein Peltierelement eingesetzt, und die verspiegelte Fläche
wird über optoelektronische Verfahren ausgewertet (siehe Skizze).

Im Gegensatz zu Psychrometern ändert sich der
Feuchtegehalt der Atmosphäre durch die Messung fast nicht. Daher können
Taupunktspiegelinstrumente auch in geschlossenen Systemen wie Klimaschränken
eingesetzt werden.
Die Spiegel müssen
regelmässig mit einer geeigneten Flüssigkeit, wie zum Beispiel
Trichlorethan gereinigt werden.
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Gegenüberstellung der verschiedenen Verfahren
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Verfahren
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Vorteile
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Nachteile
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mechanische
Feuchtemessung
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- einfache Handhabung
- preiswert
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- lange Ansprechzeiten
- hoher Wartungsaufwand durch
regelmässige Regeneration, Austausch der Diagrammblätter,
etc.
- eingeschränkter Messbereich
- Drift
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psychrometrische
Feuchtemessung
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- hohe Messgenauigkeit
- hohe Langzeitstabilität
- hohe Zuverlässigkeit
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- Sicherstellen der ständigen
Strumpfbefeuchtung
- Ablesefehler
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kapazitives
Verfahren
[Prinzip
unseres YTERBIUM-E]
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- hohe Messgenauigkeit
- einfache Handhabung
- wartungsfrei
- kurze Ansprechzeiten
- gutes Preis-Leistungsverhältnis
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- Temperaturkompensation des
Sensors notwendig
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Tauspiegelhygrometer
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- sehr hohe Messgenauigkeit
- hohe Zuverlässigkeit
- hohe Langzeitstabilität
- kurze Ansprechzeiten
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- teuer
- Wartungsaufwand durch regelmässiges
Spiegelreinigen
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Sonstige Feuchtemessverfahren
Hier eine Auflistung
weiterer Feuchtemessverfahren (eingehendere Betrachtungen werden hier
nicht durchgeführt):
- resistives Verfahren (Bestimmung der
Impedanz des Wechselstromwiderstandes eines hygroskopischen
Elementes)
- Lithiumchlorid-Taupunkthygrometer
(Messverfahren, das auf der hygroskopischen Eigenschaft des
Lithiumchlorid beruht)
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