Bauanleitung
Billighumidore - wie bewerten?
Es gibt doch bereits fertige Humidor für € 49.-!
Klar gibt es die. Nur fragen Sie mal nach, woraus diese oft bestehen. Zwar achten wir bei den Humidoren aus unserem Sortiment darauf, dass Sie keine Presspappe-Humidore bekommen. An die Qualität eines aus massivem Spanischen Zedernholz bestehenden Humidors kommen aber auch die in diesem Shop angebotenen Produkte nicht heran. Wenn Sie bedenken, dass derzeit nur die irische Humidormanufaktur Manning ihre Humidore tatsächlich aus Massivholz baut, alle anderen verwenden ein Sandwich-Verfahren. MDF in der Mitte, innen ein Furnier aus Spanischer Zeder, außen das Deckfurnier. Verkauft und angepriesen wird aber alles als massive Spanische Zeder.
Diese Humidore mögen ausgezeichnet verarbeitet sein, die Aromareserve des Spanischen Zedernholzes ist jedoch bald erschöpft, da das Furnier extrem dünn ist. Unsinnige
Konstruktionen
Einen Humidor zu bauen bedeutet etwas mehr, als nur eine hübsche Kiste zusammenzuzimmern. Tatsächlich sind aber viele Humidore des Handels (vor allem im unteren Preissegment) nach genau diesem Prinzip gefertigt. Und selbst bei Markenprodukten findet man auch heute noch unglaublich blöde Konstruktionen. Blöd, weil sie nicht funktionieren. Was bringt ein Humidorschrank, wenn in den einzelnen Schubladen zwar Langlöcher eingefräst sind, diese aber mit Zigarren bedeckt
sind? Wie soll da Luft zirkulieren? Das gleiche Problem bei Tablaren im Humidor.
Die Zigarren verdecken die Luftlöcher, liegen direkt unter dem
Befeuchtungselement und alle wundern sich, warum denn die Zigarren auf dem
Tablar so matschig weich und diejenigen im Untergeschoss so trocken sind. Was für ein Unsinn.
Das Ergebnis sind zu trockene oder zu feuchte Zigarren, fliehendes Aroma, Schimmel oder Fäulnis. Ursache sind schlecht schließende Deckel, primitivste Befeuchtungssysteme und, am schlimmsten, die Wahl zum Teil völlig ungeeigneter Hölzer.
Oftmals gilt das klassisch amerikanische Prinzip des "außen hui - innen pfui" zunehmend auch für europäische Hersteller. Aber der Markt schreit noch immer nach Billighumidoren. Und manch einer macht hier einen echten Reibach mit als Markenhumidor deklarierten Taiwan-Produkten.
Noch ein paar Takte zu Preisbrecher-Humidoren. Gewiß, manche sehen von außen großartig aus. Und gewiß gibt es auch manche, in welchen sich das positive Bild auch innen fortsetzt. Zumindest was die Verarbeitung betrifft. Die Rohmaterialien aber kennen Sie nicht. Und selbst der Verkäufer nur in den seltensten Fällen.
Am besten hat mir einst ein Humidor aus China gefallen. Palisander-Furnier, Intarsien, Schloß, Quadrantscharniere, Zedernholzlining und das alles für € 75.-? Unglaublich. Also ansehen. Nun, das Furnier war aufgeklebte Folie, ebenso die Intarsien (dieses Prinzip wird auch von italienischen Herstellern meisterhaft beherrscht), das Zedernholzlining bestand aus einem 0,7 mm
! starken Furnierblatt. Der Abschuss aber war das Material des Humidors. Kein Holz, keine Spanplatte - nein, es war gepreßte Pappe. Kein Witz. Gepreßte Pappe, nicht wasserfest verleimt - Himmel bewahre.
Alles nur Schrott?
Natürlich gibt es auch brauchbare Taiwan-Humidore, allerdings bedarf es genauer Kenntnis der Verarbeitung und der verwendeten Materialien um nicht unangenehm überrascht zu werden und um die guten von schlechten Billigheimern zu unterscheiden.
Einfach nicht die Wahrheit sagen - oder keine Ahnung haben?
Wenn Sie also einen fertigen Humidor kaufen, dann fragen Sie genau, woraus dieser besteht und lassen sie sich das von Ihrem Händler bestätigen (da werden sie in 99% hören, der Humidor bestehe aus Spanischer Zeder, obwohl über 99% der am Markt befindlichen Humidore eben nicht daraus bestehen). Sperrholz
oder Spanische Zeder?
Seltsam, seltsam.
In einem renommierten Stuttgarter Zigarrengeschäft habe ich Humidore für über € 500.- gesehen, deren Lining aus Sperrholz bestand und die Verkäuferin mir beteuerte, es sei Spanisches Zedernholz. Als ich nachfragte, woher denn das Zedernholz stamme antwortete sie: "Aus Spanien". Lesen Sie hierzu
die Informationen unter dem Link "Spanisches Zedernholz" ganz ober in
der Navigationsleiste.
Viel Spaß dabei.
Wenn Sie sich einen fertigen Humidor kaufen wollen, dann schauen Sie zwei mal hin und fragen Sie die Verkäufer nach Einzelheiten. Sie werden über die sehr oft anzutreffende Ahnungslosigkeit erstaunt sein.
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Bauen Sie sich als Alternative Ihren eigenen Humidor. Letztendlich ist das der sicherste und gewiß auch preiswerteste Weg (aber nicht der billigste) Sie kennen die Materialien, Sie können das Fitting zwischen Deckel und Korpus Ihren Rauchgewohnheiten anpassen (wer den Humidor häufig öffnet, baut ihn etwas dichter, wer den Humidor seltener öffnet, macht die Passung etwas lockerer).Wenn Sie sich entschlossen haben auf all diese Probleme zu verzichten, dann erhalten Sie bei uns die Rohmaterialien, um sich einen Humidor höchster Güte selbst zu bauen.
Sie erhalten bei uns genau die Materialien, aus denen bspw. auch die irische Humidorschmiede Manning seine Humidore fertigt. Die kosten zwischen € 1.500 und € 5.000.- Für einen Eigenbau können Sie mit 10-15% dieser Summe rechnen.
Aber vielleicht lesen ja auch manche Händler diese Seiten. Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch, lieber Händler. Ich will mich hier nicht selbst beweihräuchern. Aber von einem Fachmann kann man doch auch einen fachmännischen Rat erwarten, zumal, wenn man meherer Hundert Euro liegen läßt. Auch wenn die Zigarrenbranche zunehmend den Charakter eines Zigarettenautomaten-Auffüllers annimmt - meine Damen und Herren - etwas mehr Motivation wäre wünschenswert. Gehen sie mal nach Kreuzlingen zu Urs Portman. Da lernen Sie, wie man richtig bedient wird.
Wenn Sie bedenken, daß ein Elie Bleu Humidor zwischen ca. € 600 und 2.500.- kostet, dann muß man sich fragen, was diesen Preis rechtfertigt. Elie Bleu verwendet nämlich auch kein massives Spanisches Zedernholz für den Korpus sondern MDF. Das wirklich teure ist die sehr gute und saubere Verarbeitung und vor allem die Oberfläche. 18-20 Schichten Polyester-Lack die immer wieder abgeschliffen werden müssen sind nun mal sehr zeitaufwendig. Gleiches gilt auch für Davidoff, Dupont und Verwandte...
Wenn Sie sich selbst einen Humidor bauen wollen, glauben Sie dann bloß nicht, es wird billig. Zwischen € 120.- und 500.- müssen Sie alles in allem rechnen (incl. Befeuchter, Beschläge, Hygrometer, Holz etc.). Allerdings haben Sie dann das Rohmaterial, um den perfekten Humidor zu bauen. Die Arbeitszeit kann ich Ihnen, werter Humidorbauer, nicht abnehmen. Aber ich kann Ihnen die Materialien zur Verfügung stellen, die in den besten Humidoren der Welt verbaut werden. Billig ist Ihr Humidor dann nicht - aber enorm preiswert.
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Der Aufbau eines
Humidors
Sie können sich beim Aufbau eines Humidors an folgendem Aufbauprinzip
orientieren:
Dieses
Bauprinzip ist einfach, bewährt und optisch sehr ansprechend. Sie erkennen
sofort, daß ein Humidor praktisch aus "einer Kiste in der Kiste"
besteht. Die äußere Kiste besteht aus massivem Spanischem Zedernholz (Cedro).
Die Außenseite der Außenkiste wird furniert und je nach Wunsch matt oder glänzend
lackiert oder gewachst.
Die Außenkiste wird mit einem etwa 4mm starken Furnier, dem sogenannten Lining,
ausgelegt. Das Lining sollte aber nicht aus Spanischem Zedernholz bestehen, und
zwar aufgrund seiner Harzgefahr. Meist wird für das Lining Gabun (Okume) oder
Bosse verwendet, die teureren Humidore sind jedoch mit dem hochwertigeren und
dem Cedro am ehesten vergleichbaren Aloneholz ausgekleidet. Optimal ist
es, die Bretter des Linings mit vielen Langlöchern zu versehen. So kann das
Aroma der Spanischen Zeder an die Zigarren gelangen ohne das die Zigarren das
Spanische Zedernholz berühren. Denkbar ist auch, statt einem Lining einfach nur
Leisten oder eine Art Gitter einzusetzen. Die Zigarren werden dann sehr gut
belüftet und müssen nicht umgeschichtet werden.
Bei den Verbindungen
der Bretter beim Humidorbau sind sie fast völlig frei. Falze oder
einfache Gehrung, eingesetzte Feder oder Zinken - alles ist möglich.
Untenstehende Abbildungen geben Ihnen einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten
(von denen die meisten dem Schreiner vorbehalten bleiben). Beachten Sie aber
immer: Bauen Sie zunächst die Kiste komplett geschlossen und sägen Sie dann
den Deckel auf. Ansonsten werden Sie niemals eine 100%
ige Passgenauigkeit erzielen.
     
 
Der Baubeginn
Die folgende Vorgehensweise beim Bau hat sich bestens bewährt, da sie höchste
Stabilität und Paßgenauigkeit ermöglicht. Zur besseren Vorstellung
dokumentieren wir den Bau mit Maßangaben an einem Muster-Humidor. Diese Maße
dienen, wie gesagt, nur als Rechenbeispiel. Planen Sie aber Ihren Humidor lieber
zu groß als zu klein. Lagern Sie mal 75-100 Zigarren bei 4 verschiedenen
Formaten. Sie werden schnell merken, daß Ihr geplanter Humidor schnell nicht
mehr ausreicht.
Nur zur Information: Der größte, von einem meiner Kunden bisher gebauten
Humidore ist 80cm breit, 25cm hoch und ca 50cm tief. Er hat zwei Etagen und
Platz für einige hundert Zigarren. Selbst diese Dimensionen sind mit diesem
Aufbauprinzip problemlos möglich.
Unser Muster-Humidor hat folgende Maße:
Breite: 45 cm
Tiefe: 25 cm
Höhe: 15cm
Legen Sie die Maße Ihres Humidors fest. Planen Sie aber, wie gesagt, eher etwas
größer, kleine Humidore füllen sich viel zu schnell und ein größerer
Humidor kostet nur unerheblich mehr und erfordert kaum Mehrarbeit. Berechnen
Sie den Umfang des Humidors (in unserem Beispiel: 45 + 25 + 45 + 25 =
140 cm) Schlagen Sie mindestens 5cm Übermaß auf => 145 cm.
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25 cm Seite
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45 cm Vorderwand
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25 cm Seite
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45 cm Rückwand
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145 cm (incl. Übermaß)
Nun benötigen Sie ein Brett aus Spanischem Zedernholz in der Breite
entsprechend der Höhe des Humidors (15 cm) und in einer Länge
entsprechend des Umfanges (145 cm) des Humidors.
Dieses
Brett wird dann als ganzes an einem Stück furniert, gefälzt und
danach abwechselnd in linke Seitenwand, Vorderwand, rechte Seitenwand, Rückwand
aufgetrennt. Dadurch erhalten Sie eine durchgehende Maserung des Furniers bis
auf eine Kante an der Rückseite, die aber von vorne nicht sichtbar ist. (Diese
Vorgehensweise wird auch von den "Humidoredelschmieden" angewendet.
Bei dieser Brettbreite (ab 10 cm) sollten Sie allerdings Massivholz nicht mehr
am Stück verarbeiten. Die Spannungen im Holz, erzeugt durch die Jahresringe, würden
zum Verziehen des Holzes führen.
Daher leimen Sie zunächst zwei Leisten à ca. 8 cm in der entsprechenden Länge
(145 cm) der Länge nach Kern an Kern bzw. Splint an Splint (gestürzt) zusammen
und erhalten so
ein äußerst verzugsarmes und stabiles Brett.
Wenn die beiden Leimkanten sauber gefräst sind, sehen Sie diese nach dem
Dickenhobeln praktisch
nicht mehr. Sie können die Bretter stumpf verleimen, oder auch Dübel zur Verstärkung
einsetzen. Auch gefräste Verbindungen sind möglich.
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Brettverbindungen
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Das richtige Zusammenfügen
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Verbindung mit Dübeln/Lamellos
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Arbeiten Sie grundsätzlich
immer mit etwas Übermaß (Länge im Bsp. ca 145 cm). Das rohe, aus zwei Leisten
zusammengeleimte Brett wird nun auf eine Dicke von ca 18 bis 20mm abgehobelt.
Nach dem hobeln furnieren Sie eine Seite mit einem Furnier ihrer Wahl. Ein
Schreiner wird Ihnen gewiß über Nacht Ihr Brett in die Furnierpresse legen.
Nun fräsen oder sägen Sie, entsprechend der Dicke des Deckelbrettes (im
Beispiel sei als Deckel eine 10 mm MDF-Platte verwendet, Sie können aber auch
massive spanische Zeder verbauen (Preisfrage)) einen 10 mm breiten und etwa 8mm
tiefen Falz an der Brettkante, die einmal die Oberseite des Humidors ergibt und
für die Aufnahme der Bodenplatte einen analogen Falz in der Dicke des Bodens in
diejenige Brettkante, die einmal die Unterseite des Humidors ergibt.
Trennen Sie nun das Brett in Seitenteile, Vorderwand und Rückwand auf. Beachten
Sie dabei die Reihenfolge beim Sägen (wegen der Maserung).
Seitenwand, Vorderwand, Seitenwand, Rückwand.
Benutzen Sie zum Sägen Längenanschläge um exakt gleich lange Teile zu
erhalten.
Die Seitenteile werden nun an der Kante, die jeweils mit Vorder- und Rückwand
zusammenstößt mit einem Falz versehen. Die Breite des Falzes entspricht der
Holzdicke der Front (Rückwand), die Falztiefe sollte etwa 8mm betragen.
Setzen
Sie nun die Teile zunächst mit Klebeband zusammen und passen Sie Deckel und
Boden genau ein. Boden und Deckel geben der Box die Stabilität und daher
sollten diese Teile exakt passen.
Wenn alle Teile trocken gut zusammenpassen, leimen Sie sie zusammen. Ja richtig
– alle Teile incl. Deckel und Boden. Sie haben dann eine komplett geschlossene
Kiste vor sich.
Verwenden Sie wasserfesten Polyurethanleim. Sie sollten besser keinen PVA Leim (Polyvenyl-Acetat)
verwenden, da dieser bei permanenter Feuchtigkeit nicht so zuverlässig ist. In
der Praxis haben sich aber Leime wie Bindan oder Ponal-Wasserfest durchaus bewährt,
obwohl sie PVA Leime sind.
Wenn Sie Polyurethanleim verwenden, so streichen Sie die Kanten ein und weil
dieser Leim durch Feuchtigkeit aktiviert wird, sprühen Sie mit der
Blumenspritze ein wenig Wasser auf den Leim. Danach können Sie die Kiste gemütlich
zusammenleimen und mit Schraubzwingen fixieren. Legen Sie aber unbedingt ein Stück
Holz zwischen Schraubzwinge und Humidor (wegen der garstigen Abdrücke). Ich erwähne
diese Selbstverständlichkeit nicht ohne Grund. Man vergißt in der Hektik des
Gefechts die elementarsten Dinge.
Kanteneinfassungen
– ja oder nein?
Nun müssen Sie sich entscheiden, ob Sie
eine Kanteneinfassung wünschen oder nicht. Wenn ja, so müssen Sie jetzt an den
Kanten entsprechende Nuten einfräsen, die die Randeinfassung und ggf. eine
Intarsienleiste beherbergen sollen.
Dies läßt sich am besten
mit einer Kreissäge bewerkstelligen.
Eine Kanteneinfassung bietet sich an, wenn der Humidor mit einem dünnen Furnier
belegt wurde. Die später abgerundeten Kanten schützen den Humidor vor Beschädigungen
und sehen zudem sehr dekorativ aus. Natürlich können Sie den Humidor auch
zusammenleimen ohne ihn zu furnieren. Das bietet sich an, wenn Sie ein
Dickfurnier aufspecken wollen. Hierbei wird ein bis zu 5mm dickes Schälfurnier,
Messerdeck oder Sägefurnier aufgeklebt und dieses später an den Kanten rund
geschliffen.
Meine Empfehlung geht aber definitiv dahin, das Holz vor dem Zusammenbau der
Kiste zu furnieren, auch wenn es sich um Dickfurnier handelt. Es kann nämlich
ein erheblich höherer Preßdruck aufgebracht werden, als wenn die Kiste
komplett zusammengebaut ist.
Jetzt sägen Sie die Leisten zur Kanteneinfassung zu, entsprechend Ihrem
Geschmack in der Größe (messen Sie mal im Laden aus) und Leimen diese Leisten
in die Nuten. Fixieren Sie mit gutem Klebeband (3M, Scotch oder tesa), das sich
rückstandsfrei entfernen lässt (also keine Billigpackbänder wie Nopi oder
dergleichen).
Lassen Sie den Leim trocknen.
In die Nut für die
Intarsienleiste geben Sie etwas Leim und drücken die Leiste in die Nut. Wenn
auch hier der Leim trocken ist, ebnen Sie die Oberfläche mit einer Ziehklinge
und Schmirgelpapier, runden Sie die Ecken ab.
Das
Auftrennen der Box
Nun geht es darum, die Box
in Deckel und Unterteil aufzutrennen. Wenn Sie ein wahrer Meister sind, dann
probieren Sie es an der Bandsäge wie im Bild (um den vielen Nachfragen
vorzubeugen, ich bin nicht der bärtige Kerl an der Säge. Das ist Rick Allyn,
von dem ich einige der Bilder hier geklaut habe (nein, nein, ich darf das. Ist
mit Rick vereinbart). Nur würde ich das nicht versuchen, denn eine Bandsäge läuft
über diese Höhe zu flattrig und ungenau. Da brauchts eine Menge Erfahrung.
Besser ist es, die Box an einer Kreissäge aufzutrennen. Führen Sie zunächst
eine Längsseite über das Sägeblatt. Ist diese Seite aufgetrennt, so schieben
Sie ein Holzstück mit Dicke der Sägenut in die Sägenut ein. Sägen Sie nun
die Frontseite und schieben auch hier wieder ein Holzstück in die Sägenut. So
verfahren Sie rundherum, bis Sie den Deckel abgetrennt haben. Es liegen nun zwei
exakt zueinander passende Teile vor Ihnen – der Humidor läßt sich erahnen.
Nun werden die Quadrantscharniere und das Schloß eingepaßt.
Einpassen
des Linings
Für das Lining verwenden
Sie am besten 4mm starkes Alone-Holz Furnier. Die Einpaßarbeit für das Lining
ist handwerklich nicht schwierig, da wir die Alone-Platten bereits mit einer
gefrästen Fase ausliefern und damit das aufwändige "Anhobeln" entfällt.
Allerdings muß hier dennoch sorgfältig gearbeitet werden, da das Lining für
die Schließung des Humidors verantwortlich ist und damit entscheidend das Klima
bzw. die Luftzirkulation beeinflußt.
Anhand der Bilder sehen Sie sehr gut, wie dabei vorgegangen wir. Ich empfehle
Ihnen, das Lining einzukleben und nicht nur einzulegen. Wenn Sie das Lining
vollflächig einleimen, dann kann allerdings kein Aroma von der spanischen Zeder
durch das Alone-Lining diffundieren. Daher sollten Sie das Lining nur punktweise
ankleben, bzw. am besten mit vielen großen Löchern (20mm) versehen.
Sie sollten auch bedenken, das sich das Lining bei Feuchtigkeit ausdehnt. Wenn
das Lining zu straff eingesetzt wird, kann es problematisch werden. Passen Sie
das Lining zunächst so in den Humidor ein, das es sich relativ leicht einsetzen
läßt. Am besten beginnen Sie mit dem Deckel. Die Innenauskleidung des Deckels
und des Bodens sollte dabei nach allen Seiten ein Spiel von etwa 1mm zur Wand
haben.
Die Seitenauskleidung des Deckels ist in Richtung Unterteil etwa 3mm
"versenkt", die Seitenauskleidung des Unterteils sollte etwa 4,5 mm über
die Außenwand ragen. Natürlich kann so der Deckel nicht richtig schließen, näheres
unten.
Ein wichtiger Punkt: Bestreichen Sie die Innenkanten (nur die Kanten) der Box
(die eigentliche Kiste) mit Klarlack. Dadurch verhindern Sie das Eindringen der
Feuchtigkeit in die Leimfugen. Es kommt somit nicht zu Spannungen – die
Verbindungen danken es Ihnen.
Leimen
Sie jetzt das Lining ein.
Nun kommt der heikelste Punkt (was die Geduld angeht) im Humidorbau, nämlich
die Verbindung des Linings zwischen Deckel und Boden. Schrauben Sie die
Scharniere an, so daß Deckel und Unterteil miteinander verbunden sind. Jetzt
brauchen Sie Geduld. Stück für Stück hobeln oder schleifen Sie das überstehende
Lining des Unterteils entsprechend der Abbildung ab, bis der Humidor von alleine
komplett schließt. Schließt der Humidor zu fest, findet zuwenig
Luftzirkulation statt, schließt er zu locker, so bedarf es eines wirklich guten
Befeuchtungssystems, dass abhängig von der Umgebungsfeuchte auch mal mehr
Feuchtigkeit abgeben kann (mit Yterbium und unseren Acrylpolymerbefeuchtern kein
Thema). Wenn Sie Ihren Humidor häufig öffnen, machen Sie die Schließung etwas
fester. Öffnen Sie ihn seltener, machen Sie die Schließung lockerer.
Beim abhobeln müssen Sie darauf achten, daß der Winkel, in dem Sie das Lining
abhobeln, an der Frontseite etwas spitzer sein muß als an der Seite. Ansonsten
schließt der Deckel nicht einwandfrei (der Deckel kommt von oben herab und muß
praktisch über das Lining ragen). Schmirgeln Sie lieber mehr mit Papier als
zuviel weg zu hobeln.
Nun glätten Sie die Oberfläche mit 240er Schleifpapier.
Entstauben.
Erneutes Schmirgeln mit 400er Schleifpapier. Entstauben.
Oberflächenbehandlung
Es bleibt natürlich Ihnen
überlassen, welche Oberfläche Sie wählen. Ölen, wachsen, matt lackieren,
Hochglanz lackieren – alles geht. Zum lackieren legen Sie ein Stück Papier
auf die Oberkante des Lining so dass der Humidor nicht ganz schließt.
Erklärungsbedürftig ist allerdings nur der Hochglanzlack. Das ist nun wirklich
nicht ganz einfach aber dennoch machbar.
Zunächst grundieren Sie den Humidor (alles nur von außen) mit einem
Schnellschliffgrund auf Zellulosebasis z.B. von der Firma Zweihorn oder von Clou,
damit sich die Holzporen schließen. Nach der Trocknung (ca.1std) fein schleifen
mit 120er. Diese Prozedur 3x wiederholen, beim letzten mal mit 400er schleifen
(immer trocken schleifen).
Lackierung
Nun kommt der Lack. Sie sollten hierzu 2-Komponenten Autoklarlack verwenden. Die
Oberfläche wird damit höchst strapazierfähig und UV-beständig. Es ist kein
Witz, aber insgesamt braucht es etwa 8 – 10 sehr dünner Schichten Klarlack.
Spritzen Sie die erste Schicht nur als Nebel auf, lassen Sie 10 Minuten ablüften.
Sprühen Sie eine weiter sehr dünne Lackschicht auf. Alles über Nacht trocknen
lassen. Mit 600er Papier feucht (mit Wasser) schleifen. Diesen Vorgang dürfen
Sie 4 mal wiederholen. Nach der letzten Lackschicht lassen Sie den Lack eine
Woche trocknen. Dann vorsichtig mit 1000er Papier nass schleifen. Anschließend
mit Autopolitur auf Hochglanz polieren, wachsen und konservieren. Acryllacke
haben sich gut bewährt. Pervers eklig in der Verarbeitung aber perfekt
polierbar wird der Humidor, wenn Sie ihn statt zu spritzen mit Polyesterlack übergießen.
Beginnen Sie am Deckel. Machen Sie mit Klebeband einen Rahmen um den Deckel,
sodass das Klebeband etwa 5mm über den Deckel ragt und dicht abschließt. Dann
gießen Sie den angerührten Polyesterlack (2 Komponenten) drauf, lassen das
Zeug trocknen und verfahren so mit jeder Seite des Humidors. Der Vorteil: Die
LAckschicht ist dick und hart und lässt sich perfekt auf Hochglanz polieren.
Schellack
Wenn Ihnen der Aufwand mit Spritzpistole, Kompressor usw. zu affig ist, dann
gibt es noch einige Alternativen. Neben wachsen, ölen und polieren sei hier die
Schellack-Oberflächenbehandlung genannt. Schellack wird in feinen Plättchen,
sogenannten Schuppen, in verschiedenen Farbtiefen angeboten. Die Schellackplättchen
werden in Spiritus aufgelöst und die Lösung mit einem Ballen auf das
grundierte und gefillerte Furnier aufgebracht. Das wiederholen Sie 8-25 mal.
Danach können Sie die Oberfläche zu einem wahren Spiegel auspolieren.
Jetzt wird noch das
Befeuchtungssystem in den Deckel mit einem Klebemagneten befestigt und das
Hygrometer angebracht.
Schließen Sie den Humidor mit dem Befeuchtungssystem und einer Schüssel Wasser
für ein Woche. Dann hat das Holz die Feuchtigkeit absorbiert und der Humidor
ist zur Einlagerung Ihrer "Kolben" bereit.
Jetzt besitzen Sie einen perfekten, selbstgebauten Humidor. (die
Hochglanzvariante ist zwar aufwendig, Sie haben aber dann ein echtes Schmuckstück)
Ich kann hier leider nicht jeden Punkt ganz exakt beschreiben. Dann müsste ich
wohl ein Buch schreiben. Wenn Sie weitere Fragen zum Humidorbau haben,
rufen Sie mich einfach an. Abends ab 19.00 Uhr unter 0711 / 88 77 958 oder Tags
unter 07141-6889711 (Marc André verlangen).
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