Häufige Fragen

 
Wie dicht sollte ein Humidor schließen?
So lange der Befeuchter eine rel. Feuchte von ca. 70% im Humidor erzeugen kann ist es belanglos, wie dicht der Humidor schließt. Die Debatte um die Dichtheit eines Humidors wird gespeist durch das Unvermögen passiver Befeuchtungssysteme bei erreichen der 70% rel. Feuchte auch tatsächlich mit der Abgabe weiterer Feuchtigkeit aufzuhören. Mit dem Ergebnis, dass es ohne regelmäßiges Lüften des Humidors zur Überfeuchtung kommt. Aus diesem Grund empfehlen wir generell den Einsatz aktiver Befeuchtungssysteme, da hier die Feuchte konstant gehalten wird, egal ob Sie nun lüften oder den Humidor 4 Monate geschlossen halten.
 
 
Soll man den Humidor regelmäßig lüften?
 Zigarren brauchen für Ihren Reifungsprozess Frischluft. Je mehr Frischluft, desto forcierter die Reifung. Steht Frischluft nicht zur Verfügung, und herrscht im Humidor die richtige Feuchte, so reift die Zigarre langsamer. Meist wird es bei fehlendem Lüften und dem Einsatz eines passiven Befeuchters im Humidor zu feucht und es beginnt im Humidor zu müffeln und die Zigarren werden dumpf und muffig.
 
Der Aromenumbauprozess in der Zigarre erfolgt dann optimal, wenn das an sich flüchtige Ammoniak im Tabak möglichst langsam abdampft. Die Zeitspanne, in der sich das Ammoniak abbaut ist abhängig vom Grad der Fermentation des Tabaks, der Verpackung und der Lagerung der Zigarren. Würde man die Zigarren an der frischen Luft lagern, so wäre das Ammoniak schnell verflogen. Frischluftzufuhr unterstützt die schnellere Reifung der Zigarre, wodurch die Zigarre in kurzer Zeit "aromatischer" wird. Das ist der Grund für das verbreitete Halbwissen das besagt, Zigarren müssten atmen.
 
Der Nachteil einer beschleunigten Reifung durch Lüften liegt im Verlust des Reifungspotenzials für die kommende Lagerungszeit, die die Zigarre erst zu einer "großen" Zigarre macht. Die "Nachfermentierung" der Zigarre liefert die Basis für den Reifeprozess. Je langsamer die Nachfermentierung erfolgt, um so länger werden die Grundstoffe für den Reifeprozess entwickelt. Die Aromen haben mehr Zeit miteinander zu reagieren und es können sich komplexere Aromenausprägungen bilden. Wenn Sie einmal eine 10 jahre gut gelagerte Havanna rauchen, dann wissen Sie, was ich meine. Es liegen Welten zwischen gut gelagerten und "frischen" Zigarren.
 
Ob Sie die Zigarren regelmäßig einer Frischluftkur unterziehen hängt also davon ab, was Sie mit der Zigarre vorhaben. Kaufen Sie eine junge Havanna die Sie innerhalb von 1-2 Jahren rauchen wollen, dann ist Frischluft sinnvoll. Wenn Sie eine wundervoll gereifte Zigarre bevorzugen und Sie die Zeit dafür aufbringen, die Zigarre mehrere Jahre zu lagern, dann lassen Sie das Lüften tunlichst bleiben. Und Sie werden eine Geschmacksoffenbarung erleben.
 
In der Havanna-Enzyklopädie ist ein hervorragender Beitrag über dieses Thema zu lesen.
 

Macht es Sinn einen Humidor auch zu kühlen?
Eine Zigarre reift langsamer und damit schonender, wenn Sie bei niedrigerer Temperatur als Raumtemperatur (16-18°C) gelagert wird. Allerdings spielt dies nur eine Rolle, wenn Sie ernsthaft beabsichtigen Cigar-Aging zu betreiben, also Zigarren für mehrere Jahrzente einlagern wollen. Das dürfte wohl auf die wenigsten Menschen zutreffen. Für den normalen Zigarrenraucher ist die Kühlung des Humidors sogar kontraproduktiv, denn die Verlangsamung der Reifung lässt ihn lange Zeit auf eine gut gereifte Zigarre warten.
 
Ein Vorteil der Kühlung ist, dass sich die Larve des Tabakkäfers bei niedrigen Temperaturen nicht entwickeln kann und damit die Sicherheit besteht, dass die Zigarren nicht zu "Blockflöten" umgewandelt werden. Allerdings werden alle Zigarren des Handels vor dem Verkauf gefrostet, so dass der Käfer sowieso stirbt. Allenfalls wenn man selbst Zigarren aus dem Ausland mitbringt besteht die Gefahr des Einschleppens eines Lasioderma (Tabakkäfer). Daher sollten Sie Zigarren, bei denen unklar ist ob Sie eingefroren wurden, immer zuvor 3-4 Tage in die Kühltruhe legen bevor Sie dann in den Humidor kommen.
 
Wenn man dann doch den Humidor kühlen möchte, so bleibt nur eine wirklich funktionierende Alternative: Ab in den Keller mit dem Humidor oder aber ihn in einen entsprechend klimatisierten Raum stellen. Die Versuche, Humidore an sich selbst zu kühlen führen immer zu großen Problemen und zwar aus folgendem Grund:
 
Wir haben in dem Kapitel Relative Luftfeuchte den Zusammenhang von Temperatur und rel. Feuchte ausführlich dargelegt. Noch mal zur Erinnerung: Die Luft kann um so mehr Wasser speichern, je wärmer Sie ist. Nehmen wir ein geschlossenes Volumen mit 1 m³ Luft. Die Luft sei 20°C warm und habe eine rel. Feuchte von 70%. Wenn wir die Luft nun abkühlen, indem wir den Behälter, in dem sich die Luft befindet, in ein Kühlhaus stellen, dann stellen wir fest, dass mit jedem Grad Temperaturabfall die rel. Feuchte ansteigt. Zwar wird der Luft kein Wasser zugefügt, jedoch kann die Luft bei geringerer Temperatur weniger Wasser speichern und da sich die rel. Feuchte berechnet aus dem Verhältnis:

Rel. Feuchte = Momentane absolute Luftfeuchte / größtmögliche absolute Feuchtigkeit (bei gleicher Temperatur)
 
und der Nenner, also die bei der gegebenen Temperatur größtmöglich speicherbare Wassermenge abnimmt muss das Ergebnis, also die rel. Feuchte zunehmen.
 
Machen wir folgendes Experiment:
Der Humidor ist gekühlt auf 16°C und hat eine rel. Feuchte von 70%.
Es ist Sommer, die Umgebungstemperatur in der Wohnung ist 25°C, die relative Feuchte bei 60%.
 
Nun wird der Humidor geöffnet und die warme Umgebungsluft strömt in den Humidor. Deckel zu. Luft wird abgekühlt. Die Luft kam mit 25°C und 60% rel. Feuchte in den Humidor und wird nun um 9°C auf 16°C heruntergekühlt. Pro Grad C Temperaturabfall steigt nun die rel. Feuchte um ca. 3-4% an. Bei 9°C Temperaturdifferenz bedeutet das nun eine Feuchteanstieg um ca. 9x3=27%. Das addieren wir zu den 60% und landen bei knappen 90%. Und genau das ist das Problem. Ein gekühlter Humidor wird zum Schwimmbad, wenn die Umgebungsluft erheblich wärmer ist und wenn der Humidor im Innern nicht entfeuchtet wird.
 
Kühlung funktioniert nur dann, wenn ein ganzer Raum klimatisiert wird und der Humidor darin steht. Denn dann gibt es keine Temperaturdifferenz zwischen außen und innen und damit auch keinen temperaturbedingten Feuchteanstieg beim Absinken der Temperatur. Oder aber der ganze gekühlte Raum ist ein begehbarer Humidor - das ist auch noch eine mögliche Variante. Allerdings müssen Sie dann immer damit rechnen unter Umständen auch noch einen Entfeuchter einzusetzen, bspw. wenn Sie im Sommer lüften und feuchtwarme Luft von außen in den Raum strömt und abgekühlt wird.
 
Unsere Regelelektronik YTERBIUM-E ist in der Lage, sowohl einen Befeuchter als auch einen Entfeuchter zu steuern. Dazu muss nur ein kleiner Schalter umgelegt werden und schon können Sie mit ein und demselben Gerät entweder einen Befeuchter oder Entfeuchter steuern.
 
 
Ab welchem Humidorvolumen macht eine elektronische Befeuchtung Sinn?
Da ein guter elektronisch geregelter Befeuchter die relative Feuchte konstant hält ist der Einsatz ab dem Humidorvolumen sinnvoll, ab dem Sie den Befeuchter hineinkriegen. Für den HYDROCASE ab einem Volumen von 3-4 Litern. Schränke sollten aufgrund der Größe und des Erfordernisses der Luftzirkulation immer elektronisch befeuchtet werden, um ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen.
 
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